Demokratie als Bekenntnis

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Die türkische Minderheit in Deutschland tut sich schwer mit der Völkermord Resolution des Bundestages. Das war zu erwarten. Überraschend sind aber die Reaktionen der Verbände ebenso wenig. Nur wer ihre Agitation noch nicht kannte ist überrascht. Was wirklich überraschend ist sind die Versuche türkischstämmiger intellektueller in de Medien die Resolution und die Reaktionen als Wutbürgertum abzutun. In gleichem Maße wie sie diese Verharmlosung bei ihren deutschstämmigen Kollegen ggü. der AfD und Pegida kritisieren, Verharmlosungen sie den rassistischen Nationalismus der türkischstämmigen Minderheit und erklären dies mit der angeblichen gekränkten Seele und dem verletzten Stolz. Im Vergleich mit den Wunden der 1,5 Mio Opfer des Völkermordes wird die Banalität ihrer Aussagen deutlich.
DA wundert es auch nicht weiter, wenn sie ihre Argumente verlagern und statt einer kritischen Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte die Lossagung von Gewalt in der Debatte von den türkisschstämmigen Menschen fordern. So wie Opfer und Täter von den Leugner vertauscht werden, vertauschen sie die Ursache und Wirkung. Haben sie sich denn mal die Frage gestellt , warum die türkische Minderheit nicht in der Lage ist ohne Aufruf zu Gewalt das Thema zu besprechen? Die Antwort liegt auf der Hand: Wer sich nicht kritisch mit seiner Geschichte und seinen Fehlern auseinander setzen kann, wer seine Fehler unterdrückt und zur Selbstreflektion nicht in der Lage ist, der reagiert mit Tabus und dort wo diese nicht greifen mit der Androhung und Anwendung von Gewalt, um die Auseinandersetzung zu verhindern. Daher kann die Aufarbeitung des Völkermordes an den Armeniern nur am Anfang stehen.
Es ist ebenso müßig diese Gruppe und die Zuschauer der Debatte mit der Mahnung der Demokratie eine Gewaltfreiheit aufargumentieren zu wollen. Auf welche Demokratie beruft man sich hier? Auf die Demokratie als Verfahren oder auf die Demokratie als Bekenntnis? Dem Aufruf nach Gewaltfreiheit nach wohl um die Demokratie asl Bekenntnis. Dann muss aber am Anfang ihrer Argumentation immer auch das eigene Bekenntnis stehen. Das zur Wahrheit, zur Verantwortung vor allem auch in dem Themenfeld, in dem man sich auf die Errungenschaften der Demokratie und den daraus abgeleiteten Schutz beruft.

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